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Rückblick Grönland

Der Outdoor Grönland Urlaub im Sommer 2014 war ein voller Erfolg – gute Erfahrungen, nichts gebrochen, schöne Fotos, sowie regelmäßiges Baden im Fjord, Gletscher und Essen überlebt.

Walfleisch (Orca – wir trauern um dich) schmeckt nicht, trotz Bier einfach nur zäh! Doch fangen wir strukturiert an: Für den Beginn war es mit Sicherheit sinnvoll sich Ostgrönland im Sommer zu nähern. Im ersten Basecamp bei Tasiilaq konnte das Gerücht mit dem Supermarkt bestätigt werden: In der Zeit, in der das Schiff durchkommt, gibt es dort alles was es auch in Europa gibt. Somit hat der Supermarkt ca. 3 Monate eine europäische Ausstattung, danach wird es halt immer weniger, die Gurke wird teurer und so weiter.

Die Bewohner leben in einer Mischung zwischen halber Moderne und Armut. Sanitäre Anlagen, Abwasserleitungen gibt es in den normalen Wohnungen in der Regel nicht – die Kirche, das rote Haus haben aber welche – für alle draußen Schlafer eine immer wieder gute Information. Man kann sagen alles was mit Planen, Graben usw. zutun hätte, vgl. Abwassersystem kann hier nicht sein, hingegen sind Oberleitungen (vgl. Internet über Satellit kein Problem).

Die Menschen

Die Bewohner von Grönland leider unter vielen Dingen, die von der Moderne gemacht werden. Bei dem Versuch anständige (Ironie) Europäer aus Ihnen zu machen, waren Fischen und Jagen nicht akzeptabel, ihre Geschichte wird – wie bei den Indianern in Amerika – ignoriert, das Einfuhrverbot der EU für Robbenfelle tut seinen Beitrag, für Müll haben sie wenig Gefühl, wie man anhand der großen Mülldeponie sieht. Hier werden sie von Dänemark aber auch deutlich im Stich gelassen, freier Müll und Wind ist eine Kombination, die stark bedenklich ist. Aber auch sonst werden sie im Stich gelassen und so kommt es, wie es kommen muss: Viele sind arbeitslos, der dänische Staat gibt ihnen ein wenig Geld, was die meisten an den ersten beiden Tagen sofort versaufen – evtl. historisch bedingt, wer weiß, wie lange man noch lebt?

Wer nun aber meint, sie würden im Alltag planlos sein – nein, weit gefehlt. Es werden Fische gefangen, klassisch aufgehangen, mit den Hunden und Schlitten auf die Jagd gegangen, Robben und manchmal auch Wale gejagt, das Wasser dient als Kühlschrank für tote Roben, Robenaugen sind eine Delikatesse – sie kommen prima klar. Fortbewegungsmittel in Ostgrönland sind Boot, Schlitten, Hubschrauber – eine Straße, die von einem Dorf zu einem anderen führt, sucht man in Ostgrönland vergebens. Und der Hubschrauber – naja, das ist für die Reichen, also bleiben die ersten beiden.

Der Umgang mit Hunden

Ihre Hunde sind Arbeitstiere, sie sind wilder, im Sommer werden sie nicht gebraucht, werden an einem Platz festgemacht, direkt daneben der Schneeschlitten – wartend auf den Schnee. Die Hunde bekommen in dieser Zeit wenig/fast nichts zu Essen, da sie keinen Verbrauch haben und sehen einem Wolfsrudel durchaus ähnlich. Generell gibt es unglaublich viele Hunde und es herrscht ein gutes, natürliches, kein verhätschelndes Verhältnis zu den Hunden. Die Schule in Tasiilaq hat einen Zaun um ihren Hof, man möge Nachdenken warum! Die kleinen Welpen toben oft frei herum und sind schon schön anzuschauen. Bei den kleinen Grönländern ist deutlich zu merken, dass sie auch in den kleinen Welpen eine kleine Gefahr sehen. Sie bewerfen sie mit Steinen und rennen weg. Dies mag für uns Europäer befremdlich sein, was für ein Skandal, so kleine süße Welpen anzugreifen, die doch keinem was zu leide tun? – Der Gedanke greift zu kurz, er geht von unseren Hunden aus, dort ist eine andere Welt!

Als Erwachsener muss man keine Angst haben, man sollte sich bei den größeren Tieren aber immer im Klaren sein, dass es keine verhätschelten Golden Retriever sind. Ich habe keine einzige problematische Situation erlebt, die Welpen möchten spielen und lassen sich problemlos streicheln. Dennoch ist es durchaus ein berechtigter Gedanke: Wie lang ist die Kette des Hundes, wenn man um eine Ecke geht?

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