Die Qualität des Mathematikunterrichts
So langsam werden für Lehrer die neuen Stellenangebote (für NRW ) veröffentlicht. Es handelt sich hier um sogenannte schulscharfe Einstellungen, was nichts anderes bedeutet als dass die Schule sich den Lehrer aussuchen darf. Also prinzipiell genau wie in der freien Wirtschaft.
Das kann für beide Seite Vorteile haben. Der Lehrer kommt an eine Schule, deren Werte oder ähnliches er vertritt und auch für die Schule selbst ist es eine gute Sache, denn sie kann aus den eventuell vielen Bewerbungen auswählen.
Aber was tun, wenn sich einfach keine Lehrer bewerben? Die Schule benötigt vielleicht ein Mangelfach wie Mathematik, Physik, Chemie, Informatik oder auch Latein?
Die Lösung der Landesregierungen in Deutschland (ja, seien wir doch ehrlich, es sind sehr selten die Schulen, die dies absichtlich machen.) ist derart perfekt, dass sogar vielleicht die freie Wirtschaft davon lernen kann: Sie stellen einfach Menschen ein, die die Anforderungen nicht erfüllen.
So kommen die Seiteneinsteiger zu ihren Stellen. Und auch die OBAS sollte man hier nicht vergessen. Sie absolvieren das Referendariat, aber sind prinzipiell doch immer noch für den Lehrerberuf inkompetenter als ihre auf den Lehrerberuf studierten Mitreferendare.
Um es ganz deutlich zu machen: Dieses Faktum liegt nicht an den Persönlichkeiten dieser Menschen, sondern einfach an ihrer Ausbildung. Ich bewerbe mich auch nicht auf eine Elektrikerstelle. Ebenso mache ich keine 2 jährige Ausbildung als Jurist und bin damit kompetent.
Obwohl diese Seiteneinsteiger und OBAS durch schlechteren Unterricht als Täter rüberkommen, sind sie es in Wirklichkeit nicht. Besonders die OBAS haben während ihres Referendariats zu Recht (weil sie eben keine Ahnung von Erziehungswissenschaft und Schule haben) einiges mit ihrer Inkompetenz zu tun. Aber wir erinnern uns an die Standardsprüche: Erklären kann ich, also kann ich doch auch Lehrer sein.
Der wahre Täter ist derjenige, der das ganze erlaubt. Wir brauchen uns nur mal eben bei Leo (vgl. oben) die aktuellen Stellenauschreibungen für Mathematik Gymnasium anschauen. Von 5 Stellen erlauben 4 Seiteneinsteiger. Nur eine ist für solche geschlossen. Da geht es um einen guten, qualitätsorientierten Mathematikunterricht sowohl in der Oberstufe als auch in der Sekundarstufe I. Ein trauriges Bild NRW – traurig, traurig.
Insgesamt muss man sich manchmal wirklich die Frage stellen warum man überhaupt Lehramt für Gymnasien im Mathematik studiert hat. Da kann doch jeder kommen! Und zwar von beiden Seiten. Der Diplommathematiker, der von Mathe bestimmt 60% mehr Ahnung hat als ich, aber eben von Erziehungswissenschaft 0% und aber auch der YXZ, der in seinem Beruf einfach keine Stellung findet und daher mal Lehrer werden will. Ich bilde mir ein, dass ich nach sechs Jahren hauptsächlichen Umgang mit Bachelor/Master/Diplom Mathematikern die durchschnittlichen Fähigkeiten dieser mit Kindern und Jugendlichen sehr gut einschätzen kann. Und sie selbst wissen es auch, denn klug und reflexiv sind die meisten. Es wird einen Grund gehabt haben warum sie nicht Lehramt studiert haben!
Letzteres kann und will ich nicht für unsere Landesregierung unterschreiben. Die Qualität in vielen Fächern ist durch solche Stellenauschreibungen gefährdet. Da wird eine Qualitätsanalyse eingeführt, die Millionen kostet und prüft ob kooperative Methoden durchgeführt werden. Diese sind wichtig – keine Frage, aber erstmal sollte die Eignung der Lehrer kritisch hinterfragt werden.
Ich persönlich fordere: Nein zu Seiteneinsteigern, Nein zu fachfremden Lehrern! Unsere Kinder haben mehr verdient. Der Mangel muss offensichtlich gemacht werden. Kein geeigneter Lehrer an der Schule – dann muss das Fach ausfallen. Dies hört sich hart an, aber nur so wird die Öffentlichkeit in Kenntnis gesetzt. Der andere Weg ist Augenwischerei und verschleiert nur das Problem! Welches Elternteil weiß denn bitte, dass der Mathelehrer von seinem Kind gar kein echter studierter Mathelehrer ist?
Macht den Lehrerberuf attraktiver. Es gibt genug junge Menschen, die Spaß am unterrichten haben. Auch in den Mangelfächern!




Ich habe kein Lehramt studiert und bin trotzdem Lehrer und ich denke, Du überschätzt die Bedeutung der pädagogischen Ausbildung gewaltig. Mein Eindruck war und ist, dass gesunder Menschenverstand durch nichts zu ersetzen ist – insbesondere nicht durch ein paar Vorlesungen Pädagogik und zu sagen “besser kein Unterricht als meiner” ist eine Unverschämtheit!
Übrigens braucht ein Impressum zwingend eine Möglichkeit auch per E-Mail Kontakt aufzunehmen, damit es ein formaljuristisch korrektes Impressum ist. Das restliche geblubber in Deinem Impressum ist ohne rechtliche Auswirkungen, denn für Inhalte auf verlinkten Seiten haftest Du sowieso nicht, “versehentliche” Urheberrechtsverletzungen sind zivilrechtlich genauso teuer wie “absichtliche”, das Urheberrecht für von Dir erstellte Inhalte hast Du sowieso, auch wenn Du es nicht extra erwähnst, und es erlischt auch nicht durch Veröffentlichung im Internet, die Datenschutzbestimmungen gelten für Dich natürlich sowieso und alles was unter diesem Punkt noch so steht ist sowieso so und zu guter Letzt ist der Haftungsauschluss natürlich nciht Teil des Internetangebotes, weil man ihn nicht zu Kenntnis nehmen muss oder kann, bevor man auf eine Inhaltsseite gelangt und ihn nicht mal einen passend beschrifteten Link gibt – wie soll es da für den Nutzer Teil Deines Angebotes sein?
Aber Du bist natürlich auch kein Jurist, wie Du schreibst, sondern hast auf Lehramt studiert – was qualifiziert Dich also dies hier zu veröffentlichen? Du forderst “Schuster bleib bei Deinen Leisten” – aber es gilt natürlich nur für den Schuster, nicht für den Lehrer, es sei, denn, er will Elektriker oder Jurist werden.
Ich bin echt etwas sauer über Deinen obigen Text!
Von deinem DSL Verbindungspunkt mal ausgehend, ist die Chance gar nicht mal so gering, dass du weißt, wer diesen Beitrag verfasst hat. Von daher kann ich dir versichern, dass unsere Meinungen nicht so doll auseinanderdriften wie du aktuell denkst. Ich verstehe deinen Ärger, denn sehr wahrscheinlich ist dein Unterricht gut, du steckst viel Mühe in die Arbeit und daher nervt dich ein solche Beitrag. Absolut verständlich.
Du fragst zwar was mich für einen solchen Beitrag qualifiziert, ich halte es aber für viel wichtiger was mich für einen solchen Beitrag motiviert (hat). Und das ist relativ einfach zu beantworten: Das Land NRW. Ich sehe es einfach nicht ein, dass Tausende aktuell an den Unis Lehramt studieren, dann Seiteneinsteiger eingestellt werden und es zu dem Problem kommen wird, dass gut qualifizierte Lehrer mit erstem (oder auch zweitem) Staatsexamen keine Stelle bekommen. Das regt mich einfach auf – obwohl ich persönlich nicht davon betroffen bin – und ich finde es einfach unfair. Dies ist aber nicht ein Fehler der Einsteiger (was oben steht), sondern des Landes.
Um es klar zu stellen. Es gibt genügend Lehrer, die nicht Lehramt studiert haben (Chemiker,…) usw., die nun seit x Jahren gut unterrichten. Die meine ich auf gar keinen Fall. Deren Unterricht ist zu 70% besser als meiner – keine Frage – einfach wegen der Erfahrung. Und mir geht es auch keineswegs darum, dass es einer universitären Ausbildung bedarf. Viele Praxissachen können Nichttheoretiker viel besser. Nein, mir geht es (s.o.) um die Neuen – und da (obwohl es mir für die Menschen selbst leid tut), finde ich, dass diejenigen nicht benachteiligt werden dürfen, die Lehramt studieren/studiert haben. Aktuell ist dies so – und das finde ich fahrlässig. Meine Meinung ist daher ein wenig arg – das ist mir durchaus bewußt. Ich will nicht dass Unterricht ausfällt, aber wie sollte man bitte den Ländern klar machen, dass so eine Einstellungspolitik nicht akzetabel ist?
P.S. Wenn du schon mit rechtlichen Sachen anfängst: Streng genommen brauche ich überhaupt kein Impressum, von daher…